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Die MieterPaten


1. Nachbarschaftshilfe


„Wir werden immer grauer, bunter und weniger“ - Dieses Untersuchungsergebnis zur Demographischen Entwicklung ist seit geraumer Zeit bekannt. Doch die Probleme und Aufgaben die damit in Zusammenhang stehen, werden erst so langsam deutlich und müssen gemeistert werden.

Viele unserer Mieter haben bereits ein hohes Alter erreicht, das freut uns natürlich. Einige sind vielleicht auch schon auf die Hilfe Anderer angewiesen. Einige von Ihnen leben vielleicht alleine, weil der Ehepartner schon verstorben ist oder haben immer alleine gelebt und Verwandte und Angehörige gibt es nicht oder diese wohnen nicht in der Nähe.

Wir als Wohnungsunternehmen haben uns hierzu viele Gedanken gemacht. Auch im Hinblick darauf, unseren Mietern es so lange wie möglich zu ermöglichen in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können. In vielen unserer Wohnanlagen wird ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe bereits praktiziert, auch wenn sie nicht so genannt wird. Man stellt dem Nachbarn die Mülltonnen mit heraus, bringt die Zeitung mit herein oder besorgt den ein oder anderen Einkauf in der Stadt.

Es gibt aber auch Menschen, die etwas zurückgezogener leben, die sich scheuen jemanden um Hilfe zu bitten oder die eben nicht wissen wen Sie ansprechen sollen. Anders herum gibt es viele Menschen, die helfen möchten.



2. Wie also kommt man nun zusammen?


Wir haben bereits einige Mieter zu diesem Thema angesprochen, manche haben sich spontan bereit erklärt, bei dieser Nachbarschaftshilfe mitzuwirken und ein solches Netzwerk mit aufzubauen. Wir suchen aber auch weiterhin Mieter und Interessierte, die sich vorstellen könnten, uns und anderen Bedürftigen zu helfen und sich zu engagieren.

Wie kann das aussehen?
Das hängt davon ab, was Sie bereit sind zu leisten. Ob es, wie schon angesprochen, das Herausstellen der Mülleimer ist, weil es dem ein oder anderen nicht mehr möglich ist oder ob es auch mal ein Klingeln beim Nachbarn ist, um nachzusehen ob alles in Ordnung ist. Nichts wäre schlimmer, als wenn man zu spät feststellen würde, dass jemand Hilfe benötigt hätte und dieser eventuell verletzt oder sogar leblos in der Wohnung aufgefunden würde und man dies hätte im Zweifel verhindern können.

Der zusätzliche Effekt - man lebt nicht in einer völligen Anonymität, sondern hat Kontakt zu Nachbarn, mit denen man in einem Haus oder in unmittelbarer Nachbarschaft lebt.

Das Ganze ist auf eine Art Generationsvertrag gestützt. Die Jüngeren helfen den Älteren, die Gesunden helfen den Kranken.

Keiner von uns kann sich frei davon sprechen, nicht auch einmal in eine Lage zu geraten, in der man auf die Hilfe Anderer zurückgreifen muss.  



3. MieterPaten vor Ort


Mieterfeste
Am 19. September 2008 war es soweit. Die Barmer Wohnungsbau AG veranstaltete zusammen mit den MieterPaten (MiPa) im „Garten“ der Wohnanlage Hauff-, Werlé-, Thomastraße in Wuppertal-Heckinghausen das 1. Mieterfest.

Bei schönem Wetter und mit guter Stimmung besuchten viele Mieter der BWAG das Nachbarschaftsfest. Hier konnten sich die Nachbarn bei einem gemütlichen Beisammensein besser kennen lernen. Für das leibliche Wohl Aller sorgte u.a. Herr Meyer– ganz nach dem Motto –„hier kocht der Chef persönlich“.

Durch die Mithilfe der MiPa´s und insbesondere der Nachbarschaft hatten wir eine reichhaltige Auswahl an köstlichen Salaten und leckerem Kuchen.

Nach diesem viel versprechenden Auftakt, wird die Barmer Wohnungsbau AG zusammen mit den Mieterpaten zukünftig und in unregelmäßigen Abständen „On Tour“ gehen und vielleicht demnächst auch bei Ihnen ein Nachbarschaftsfest veranstalten.







4. Der Verein Nachbarn für Nachbarn e.V.


Gründung unseres Nachbarschaftsvereins

Mit Hilfe des „Büros für angewandte Soziologie“ haben die Mieter(innen) gemeinsam mit uns die Idee, - Ältere und auch Hilfebedürftige zu unterstützen - so weiterentwickelt, dass ein Nachbarschaftshilfeverein entstanden ist. Die Nachbarn unterstützen sich gegenseitig ehrenamtlich und damit natürlich kostenlos. Wenn der Nachbar dann wirklich pflegebedürftig werden sollte, können die MieterPaten bei der Vermittlung und beim Kontakt zu anderen entsprechenden Dienstleistern behilflich sein. Um den ersten Kontakt herzustellen, können Sie sich gerne mit Frau Christina Bullock unter 0202-7479812 in Verbindung setzen. Gerne beantworten wir Ihnen Fragen oder vermitteln Sie weiter, insoweit Sie die Hilfe eines MieterPaten in Anspruch nehmen möchten. In Kürze wird aber auch ein Vereinsbüro in der Gudrunstraße 11, Standort Oberbarmen zur Verfügung stehen.



Ausgezeichnetes Projekt

5. „NRW wohnt“ / Preisverleihung und Ausstellungseröffnung


  „Lebendige Nachbarschaften“ - Preise für neue und vorbildliche Projekte im Dorf, in Siedlungen und Stadtteilen verliehen

  • Bürger, die ihr Mehrgenerationenwohnen selbst organisieren;
  • Initiativen, die sich Strategien für mehr Respekt und gute Nachbarschaft überlegen;
  • Nachbarn, die in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit einen Gemeinschaftsgarten anlegen;
  • Bewohner eines Stadtteils, die nicht hinnehmen wollen, dass die Nahversorgung vor Ort im Argen liegt und deswegen einen Stadtteilladen gründen.
Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen hat heute (20.04.09, 18.00 Uhr) in Kooperation mit den NRW-Ministerien für Bauen und Verkehr sowie für Generationen, Familie, Frauen und Integration herausragende Initiativen ausgezeichnet, die sich für ein besseres nachbarschaftliches Miteinander stark machen. „Wohnen bezieht sich nicht nur auf die gebaute Umwelt. Wohnqualität hat auch ganz entscheidend mit den Menschen, den Nachbarinnen und Nachbarn zu tun“, sagte Kammer-Präsident Hartmut Miksch anlässlich der Preisverleihung auf der Dortmunder Zeche Zollern. Die Auszeichnungen gingen an Projekte in Bielefeld, Düsseldorf, Köln und Wuppertal.
In Zeiten des demografischen Wandels, der Zunahme von Ein-Personen-Haushalten und der stellenweise noch ungeklärten Integration von Zugewanderten in die Wohnbevölkerung gewinnen aktive und gelebte Nachbarschaften immer mehr an Bedeutung. Lebendige Nachbarschaften bieten Einbindung und Geborgenheit, geben Sicherheit und praktische Hilfen für den Lebensalltag. „Lebendige Nachbarschaften – Wir in unserem Quartier“ lautete der Titel des Auszeichnungsverfahrens, das die Architektenkammer und die Ministerien im Herbst 2008 ausgelobt hatten. Beteiligen konnten sich Vereine und Initiativen, aber auch Institutionen und wohnungswirtschaftliche Verbände, die vor Ort das Engagement für ein verbessertes Zusammenleben bündeln. Zielgedanke war es, mit dem Verfahren den Einsatz von Bürgern oder Einrichtungen für ihr Viertel zu honorieren. „Und es hat sich gezeigt, dass wir mit der Themenstellung einen Nerv getroffen haben“, urteilte Kammerpräsident Miksch.
Eingereicht wurden 48 Arbeiten aus ganz Nordrhein-Westfalen. Sie dokumentieren Projekte, die verschiedenste Problemstellungen im Dorf, im Viertel oder Stadtteil auf kreative Art und Weise lösen. Dabei belegen sie ein breites Spektrum von sozialen, architektonischen, städtebaulichen und verkehrlichen Aspekten. Eine unabhängige Jury wählte sechs Projekte zur Auszeichnung aus. Die gleichrangigen Preise gehen nach Bielefeld, Düsseldorf, Köln und Wuppertal. Jede Auszeichnung ist mit 1.000 € dotiert. „Alle Einreichungen zeugen von einer großen Vielfalt und einem hohen Niveau gesellschaftlichen und institutionellen sozialen Engagements“, lobte NRW-Bauminister Lutz Lienenkämper die vorgeschlagenen Projekte und Maßnahmen. „Der demografische Wandel wirft zahlreiche Fragen auf, auf die wir mit unserer Städtebauförderung zielgenau reagieren“, betonte der Minister.

Nachbarn für Nachbarn - Ein Netzwerk für alle Fälle

Begründung der Jury: „Die Jury würdigt vor allem den ehrenamtlichen und damit kostenlosen Charakter des Projekts, das über die sonst üblichen Nachbarschaftsangebote der Wohnungswirtschaft hinausgeht und in dieser Form beispielgebend ist. Als besonderes Merkmal ist die Verbindlichkeit der personenbezogenen Patenschaften hervorzuheben.“