Die Vorgeschichte einer besonnenen Gründung
Die Existenz vertrauter Institutionen wird im täglichen Geschäft als selbstverständlich hingenommen, die Frage aber nach dem Anlass ihres Entstehens, nach dem Gründungsgedanken, kaum gestellt.
So auch bei der Barmer Wohnungsbau AG, deren Namen seit der Umbenennung 1978 nicht mehr die Wurzeln der Gesellschaft im 19. Jahrhundert erkennen lässt – Barmer Baugesellschaft für Arbeiterwohnungen war der Gründungsname.
Bürger der Stadt Barmen fragten sich vor mehr als 135 Jahren, wie man die Missstände, denen Arbeiter zu dieser Zeit ausgesetzt waren, z.B. durch besseren Wohnraum, lindern könnte.
So gründeten sie 1872 die Barmer Baugesellschaft für Arbeiterwohnungen.
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Gründerzeit
Erst nach dem deutsch-französischen Krieg gelang es Ende des Jahres 1871 genügend Kapital für die Gründung der Baugesellschaft zusammenzubringen.
Am 3. Mai 1872 wurde Mathias Hinsberg zum Vorsitzenden der Gründungsversammlung gewählt.
Zusammen mit Friedrich Tillmanns und Otto Jäger bildete er den ersten Vorstand der Gesellschaft.
Insgesamt wurden 150.000 Thaler Preußisch Courant als Grundkapital gezeichnet.
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Baubeginn 1872
Bereits mit dem ersten Baujahr 1872 begründete man sechs der später acht gleichmäßig über die Stadt verteilten Baugebiete.
Man erhielt Grundstücke auf dem Sedansberg (Wichelhausberg), initiierte die Bebauung des Rott und des Klingholzberges und führte an der heutigen Ortelsburger Straße in Wichlinghausen, an Oberheid, Hesselnberg und Kleestraße die allmählich in die Höhen herauswachsende Bebauung weiter.
Bis 1878 wurden kontinuierlich 157 Häuser für die Arbeiterklasse errichtet.
Durch die 1876 eingetretene Inflation, wurde die Bautätigkeit stark eingeschränkt und erschwert.
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Konsolidierung 1885–1900
Erst 1885/1887 kam die Tätigkeit der Gesellschaft wieder in Schwung.
Der Andrang war mittlerweile so stark geworden, sodass die Mieter ausgewählt werden konnten.
Besonders die Aussage, dass kinderreiche Familien auch einen Platz finden, lockte ungemein.
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Mietwohnhäuser
Um 1900 wendete sich die Baugesellschaft einem neuen Aufgabenbereich, dem des Bauens von mehrgeschossigen Miethäusern, zu.
So entstanden sieben Häuser mit insgesamt 59 Wohnungen.
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Baustopp, Inflation, Börsenkrach
Nach dem 1. Weltkrieg dauerte es 8 Jahre, bis sich die Barmer Baugesellschaft für Arbeiterwohnungen komplett von den Folgen erholt hatte.
Als Erwerbshaus-Baugesellschaft hatte der Krieg und die damit einhergehende spätere Inflation die Gesellschaft sehr schwer getroffen.
Nur durch den Verkauf von großen Grundstücksflächen, wie dem Sedansberg, konnte sich das Unternehmen wieder stabilisieren.
Der Schwarze Freitag am 29.10.1929 schlug in der Deutschen Wohnungswirtschaft genauso ein, wie in allen anderen Bereichen.
Der Geldmarkt versteifte sich und es wurde immer schwerer Hypotheken zu beschaffen.
Baustopps und immer steigende Arbeitslosigkeit erschwerten die Situation zusehends.
Als Selbsthilfeprogramm für Erwerbslose wurden sogenannte Vorstädtische Kleinsiedlungen konzipiert, die aus einfachen Häuschen mit Garten zur Selbstversorgung durch Gemüseanbau und Kleintierhaltung bestanden.
Allerdings kristallisierte sich schnell heraus, dass diese Häuser eher im Beamten- und Angestelltenbereich Abnahme fanden.
In den 30er Jahren wurden immer mehr Kleinstwohnungen errichtet, da der Staat diese förderte.
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Wiederaufbau
Durch den 2. Weltkrieg wurden 38% des Bestandes der Gesellschaft zerstört.
Die ersten Maßnahmen waren Enttrümmerung, Wiederherstellung und der Ausbau von Dachgeschossen.
Nach der Währungsreform 1948 wurde die Bautätigkeit wieder aufgenommen, um den Menschen, die in Behelfsheimen untergebracht waren, wieder ein eigenes Heim anbieten zu können.
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Siedlungen der 50er Jahre
Das neue Prinzip Licht, Luft und Sonne, das in den 50er Jahren entstand, war in den Siedlungen Löhrerlen, Boxberg und Resedastraße sehr ausgeprägt.
Allerdings sind diese, aufgrund kontinuierlich steigender Baugrundstückspreise, später verdichtet worden.
Mit den neuen Wohnbaugesetzen, die der Gesetzgeber 1950 und 1956 aussprach, wurde der Weg des Sozialen Wohnungsbaus eingeschlagen.
In diesem Zuge entstand die Siedlung Togostraße, die aus den 60er Jahren stammt und vor allem für kinderreiche Familien erbaut wurde.
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Satte Siebziger
Der Wohnungsmarkt in Wuppertal war nunmehr mehr als gesättigt anzusehen und das Bauen nahm immer mehr ab.
Renovierung und Modernisierung standen nun im Vordergrund.
Die Barmer Baugesellschaft konzentrierte sich mehr auf den stetig steigenden Anspruch der Interessenten und versuchte so ihren Bestand immer auf dem neusten Stand zu halten.
Von 1967 bis 1987 wurden gerade einmal 213 neue Wohnungen erbaut.
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Ein neues Image
Nach 100 jährigem Bestehen wechselte die Barmer Baugesellschaft für Arbeiter-Wohnungen die Geschäftstelle und zugleich auch den Namen.
Seit dem 01.01.1978 ist die Barmer Wohnungsbau Aktiengesellschaft in der Hildburgstraße 65 zu finden.
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Individuelle Konzepte
In den Jahren danach entwickelte sich die Barmer Wohnungsbau AG in kleinen aber kontinuierlichen Schritten weiter.
Im Jahre 1987 wurde jegliche staatliche Unterstützung für die Wohnungswirtschaft gestrichen.
Die Folgen sind bekannt: Wohnungsmangel. Erst 1989 setzte die staatliche Förderung wieder ein – viel zu spät, denn die Nachfrage war sprungartig gestiegen.
Nach siebenjähriger Pause baute die Gesellschaft innerhalb der nächsten 2 Jahre 58 Wohnungen und konnte auch in den Folgejahren regelmäßig neue Bauprojekte fertig stellen.
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Bauen für besondere Zielgruppen
Ab Mitte der neunziger Jahre bis heute schuf die Wohnungsbaugesellschaft – unter Berücksichtigung der Belange verschiedener Zielgruppen – bedarfsgerechten Wohnraum.
In der heutigen schnelllebigen Zeit bietet die Barmer Wohnungsbau AG ihren Mietern Dauerwohnrecht und Sicherheit.
Ein Zeichen des Vertrauens ist eine Vielzahl von Mietverhältnissen, die schon länger als 50 oder sogar 60 Jahre andauern.
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